17 août 2011

PRIÈRE AUX MORTS PAR INGEBORG BACHMANN

PSALM   1 Schweigt mit mir, wie alle Glocken schweigen !   In der Nachgeburt der Schrecken sucht das Geschmeiß nach neuer Nahrung. Zur Ansicht hängt karfreitags eine Hand am Firmament, zwei Finger fehlen ihr, sie kann nicht schwören, daß alles, alles nicht gewesen sei und nichts sein wird. Sie taucht ins Wolkenrot, entrückt die neuen Mörder und geht frei.   Nachts auf dieser Erde in Fenster greifen, die Linnen zurücksclagen, daß der Kranken Heimlichkeit bloßliegt, ein Geschwür voll Nahrung, unendliche... [Lire la suite]
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17 août 2011

UN MANUSCRIT DE INGEBORG BACHMANN

Sur le manuscrit de ce premier poème du recueil Die Gestundete Zeit, on peut lire une première version du poème. Pour la deuxième strophe, Ingeborg Bachmann avait d'abord écrit : Das dunkle Wasser durchblutet Poseidons Reich, tausendäugig, und schlägt die Wimper von weißer Gischt auf, Dich anzusehen, groß und lang, dreissig Tage lang.   Traduction : Les eaux sombres aux mille regards irriguent de sang le royaume de Poséidon, et ouvrent les paupières de leur blanche écume, pour te regarder longuement, trente... [Lire la suite]
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14 août 2011

LES GRANDES MANŒUVRES D'INGEBORG BACHMANN

Herbstmanöver   Ich sage nicht : das war gestern. Mit wertlosem Sommergeld in den Taschen liegen wir wieder auf der Spreu des Hohns, im Herbstmanöver der Zeit. Und der Fluchtweg nach Süden kommt uns nicht, wie den Vögeln, zustatten. Vorüber, am Abend, ziehen Fischkutter und Gondeln, und manchmal trifft mich ein Splitter traumsatten Marmors, wo ich verwundbar bin, durch Schönheit, im Aug.   In den Zeitungen lese ich viel von der Kälte Und ihren Folgen, von Törichten und Toten, von Vertriebenen, Mördern und... [Lire la suite]
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13 août 2011

UN POÈME DE INGEBORG BACHMANN

Fall ab, Herz   Fall ab, Herz, vom Baum der Zeit, fallt, ihr Blätter, aus den erkalteten Ästen, die einst die Sonne umarmt', fallt, wie Tränen fallen aus dem geweiteten Aug !   Fliegt noch die Locke taglang im Wind um des Landgotts gebräunte Stirn, unter dem Hemd preßt die Faust schon die klaffende Wunde.   Drum sei hart, wenn der zarte Rücken der Wolken sich dir einmal noch beugt, nimm es für nichts, wenn der Hymettos die Waben noch einmal dir füllt.   Denn wenig gilt dem Landmann ein Halm in der... [Lire la suite]
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19 octobre 2009

QUATRE POÈMES D'INGEBORG BACHMANN

            Die gestundete Zeit Es kommen härtere Tage. Die auf Widerruf gestundete Zeit wird sichtbar am Horizont. Bald musst du den Schuh schnüren und die Hunde zurückjagen in die Marschhöfe. Denn die Eingeweide der Fische sind kalt geworden im Wind. Ärmlich brennt das Licht der Lupinen. Dein Blick spurt im Nebel: die auf Widerruf gestund e te Zeit wird sichtbar am Horizont.   Drüben versinkt dir die Geliebte im Sand, er steigt um ihr wehendes Haar, er fällt ihr ins... [Lire la suite]
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22 novembre 2008

INGEBORG BACHMANN

On peut entendre sur le site de Monumenta quelques poèmes récités par Françoise Rétif ainsi qu'une vue d'ensemble de son oeuvre, notamment sur son grand roman Malina, et de sa vie, de même que des considérations fort intéressantes sur ses liens à la fois poétiques et poétologiques avec l'oeuvre de Paul Celan, notamment pour le recueil Sprachgitter (Grille de parole) qu'André du Bouchet a traduit dans Strette. On pourra lire ici deux poèmes extraits de son premier recueil Die gestundete Zeit (Le Temps en sursis), qui donne une bonne... [Lire la suite]
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